Video – die Sprache der Zukunft
16. Februar 2012 2 Kommentare
Der Bereich der Videokommunikation hat in den letzten 10 Jahren eine erstaunliche Entwicklung genommen. Kannten wir diese Art der Kommunikation früher nur aus Science-Fiction-Filmen, so hält sie mittlerweile nicht nur in Privathaushalten oder am Arbeitsplatz Einzug, sie ist – mithilfe mobiler Endgeräte – sogar unterwegs möglich. Bis die Videotelefonie genau so umfassend verfügbar und dabei – wie herkömmliche Telefonanrufe – unabhängig vom verwendeten Netz oder Gerät und ohne Aufwand genutzt werden kann, ist jedoch noch ein weiter Weg zu gehen.
Nicht auszudenken, wie sich unsere Kommunikation heute gestalten würde, wenn Telefonanrufe nur zwischen Kunden desselben Netzbetreibers oder derselben Marke möglich wären. Cisco möchte verhindern, dass ein solches Szenario in Zukunft im Bereich der Videokommunikation eintreten könnte. Aus diesem Grund haben wir heute beim Gericht der Europäischen Union Beschwerde gegen die Entscheidung der Europäischen Kommission eingereicht, die Übernahme von Skype durch Microsoft zu genehmigen. Unterstützt werden wir dabei vom italienischen VoIP Service Provider Messagenet.
Wir haben diesen Schritt jedoch keineswegs leichtfertig unternommen. Wir respektieren die Entscheidung der Europäischen Kommission und schätzen Microsoft als Kunde, Lieferant, Partner und Mitbewerber. Es ist nicht unser Ziel, diese Übernahme zu verhindern. Nach unserer Ansicht hätte die EU-Kommission die Genehmigung jedoch nur unter Auflagen erteilen sollen, die eine auf offenen Standards basierende Interoperabilität gewährleisten und verhindern, dass ein einzelner Anbieter in der Position sein könnte, die Zukunft der Videokommunikation im Alleingang zu bestimmen.
Wir möchten sicherstellen, dass im Bereich der Videokommunikation auch in Zukunft anhand von offenen Standards Interoperabilität gewährleistet werden kann und Videoanrufe auf dieser Basis so einfach und unkompliziert gestaltet werden können wie zum Beispiel der E-Mail-Verkehr. Eine Videoverbindung mit jemand anderem herzustellen, sollte so einfach sein, wie es heute ist, eine Telefonnummer anzurufen. Noch ist es jedoch nicht möglich, mühelos Videoverbindungen über verschiedene Plattform hinweg herzustellen. Eine Tatsache, die sowohl für Privatnutzer als auch Unternehmen mit Frustration verbunden ist.
Cisco ist überzeugt, dass der richtige Ansatz in der Branche darin besteht, dass wir uns geschlossen hinter offene Standards stellen. Nach unserer Auffassung wird eine standardbasierte Interoperabilität zum einen zu mehr Innovation und Wettbewerb führen und zum anderen die Auswahl an Videotechnologien, Unterhaltungsmöglickeiten und Services für den Verbraucher vergrößern.
Die Videokommunikationsbranche ist an einem wichtigen Wendepunkt mit weitreichenden Konsequenzen angelangt. In den nächsten drei Jahren werden weltweit rund drei Milliarden Menschen an das Internet angebunden sein, die Datenübertragung über feste Breitbandnetze wird mit einer Geschwindigkeit von durchschnittlich 28 Mbit/s erfolgen, und Videomaterial mit einer Länge von einer Million Minuten (oder 674 Tagen) wird pro Sekunde die weltweiten Datenautobahnen durchlaufen. Die Videozusammenarbeit etabliert sich mehr und mehr zum Standard, daher müssen die verschiedenen Anbieter gemeinsam Wege finden, eine globale Abdeckung zu gewährleisten und dem Verbraucher dabei eine größere Auswahl zu ermöglichen.
Umfassende Interoperabilität im Bereich Unified Communications, insbesondere zwischen Microsoft/Skype und Cisco Produkten sowie zwischen Produkten anderer Anbieter von innovativen Kommunikationslösungen, ist eine entscheidende Voraussetzung zur Erfüllung der Anforderungen der Verbraucher. Dies ist eine allgemein anerkannte Tatsache in der Branche. Die Absicht von Microsoft hingegen, Skype exklusiv in die Enterprise-Kommunikationsplattform Lync zu integrieren, könnte dazu führen, dass Unternehmen gezwungen sind, eine Plattform von Microsoft zu nutzen, wenn sie die 700 Millionen Skype-Nutzer erreichen möchten.
Die entscheidende Frage ist, welches Modell sich in Bezug auf Interoperabilität durchsetzen wird. Ein Ansatz besteht darin, dass jeder Anbieter selbst entscheidet, wie er für Interoperabilität sorgen will. Eine andere Möglichkeit bestünde jedoch darin, dass sich die Branche für offene Standards ausspricht, die von unabhängigen Gremien festgelegt werden. Die Option, die sich letztlich durchsetzt, wird auch den Ausschlag dafür geben, ob und wie schnell sich die Videokommunikation als „Sprache der Zukunft“ etablieren wird.
Wenn Anbieter ihre eigenen Protokolle implementieren und Interoperabilität nur selektiv ermöglichen, schieben sie die Last auf die Verbraucher ab. Daher appellieren wir an das Gericht der Europäischen Union und die Europäische Kommission, sich für unsere Anliegen einzusetzen und Bedingungen zu schaffen, die kontinuierliche Innovation und einen gesunden Wettbewerb im Markt sicherstellen.

Point-to-Point-Interoperabilität ermöglicht in der Industrie keine Skaleneffekte und führt zu mehr Komplexität und höheren Kosten für den Kunden. Cisco bevorzugt daher einen kollaborativen Ansatz, um offene Standards in der Industrie zu definieren – dieser Ansatz hat sich bereits im IP-Networking, in Sprach-, Fax- und vielen anderen Kommunikationsmedien bewährt. Durch eine möglichst breite Beteiligung vieler Parteien, können Sicherheitslücken identifiziert und erfolgreich abgewendet werden.
Cisco könnte sich aber auch anpassen, etwa mit einem transparenten Tunnel das proprietäre Protokoll zwischen zwei Partner durchschleifen, oder direkt eine Conversion von Protokoll A nach B durchführen, was natürlich Hardwarerechenzeit kosten würde. Aber davon würde Cisco ja auch wieder profitieren, da man entsprechend seinen Bestand aufrüsten müßte.
Wenn alles gleich ist, ist dann auch alles besser?
Wenn alle den gleichen Standard nützen würden, ist zum Beispiel ein Eindringen eines Wurms oder eines Virus tödlich.
Nichts geht mehr.
Oder wie man in Las Vegas sagen würde:
Riene vas plus.